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Innovation und Schule oder die Unfähigkeit auf
Veränderungen angemessen zu reagieren

Untergegangene Unternehmen wie Nixdorf, Kodak, Quelle, Grundig oder Agfa haben eine erkennbare Gemeinsamkeit: Ein gut funktionierendes, etabliertes Geschäftsmodell mit wenigen Veränderungen – denn der Erfolg ist ja schließlich greifbar. Äußere Veränderungen wie beispielsweise der technische Fortschritt werden zu wenig beachtet, ignoriert oder sogar als Bedrohung empfunden und es wird versucht, diese Bedrohung zu minimieren.

Auf Veränderungen angemessen zu reagieren oder bereits im Vorfeld präventiv zu agieren ist abhängig von der Innovationsfähigkeit einer Organisation. Diese Innovationsfähigkeit ist ein Hauptkriterium für die Überlebensfähigkeit einer Organisation.
Aber was hat Schule mit den Bedingungen der freien Marktwirtschaft zu tun? Und: Sind wir als Landesangestellte oder -Beamte nicht „sicher“? Warum sollten wir uns mit Veränderungen beschäftigen

Die Rahmenbedingungen für Schulen verändern sich ebenso wie die von Unternehmen. Heute werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Schüler und Eltern suchen sich Schulen aus und wählen nach konkreten Kriterien Schulform und Schule aus. Die daraus resultierenden Schulschließungen aufgrund des demografischen Wandels sind deutliche Markierungen dieser Entscheidungsprozesse. Schulen stehen in einem zunehmenden Wettbewerb um Schüler und müssen sich über „hochwertige Produkte“ profilieren.

Häufig vollzieht sich diese Profilierung in den Einzelschulen. Wie beispielsweise in Sachsen-Anhalt üblich, setzten Schulen statt des (dort noch deutlich höheren) Verdrängungswettbewerbs auf Kooperation und gemeinsame Absprachen. Ein konkreter schulübergreifender Ansatz ist beispielsweise die für 2013 geplante „Regionalkonferenz Qualitätsentwicklung“ für den Bereich der Bezirksregierung Münster. Die Regionalkonferenz soll die Möglichkeit eröffnen, anhand konkreter Beispiele über die Qualitätsentwicklung in den verschiedenen Berufskollegs ins Gespräch zu kommen. So soll ein Netztwerk geschaffen werden, indem gelungene, aber auch gescheiterte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung von Schule diskutiert und eine mögliche Übertragbarkeit auf andere Schulen geprüft werden. Schule muss auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen reagieren - das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Nur hat dies in Zeiten des permanenten Wandels mit teilweise fundamentalen Veränderungen nicht mehr alle Zeit der Welt.

Autor:
Ansgar Plassmann

OStR und Fortbilder der Bezirksregierung Münster im Bereich schulisches Qualitätsmanagement, unterrichtet am Hans-Böckler-Berufskolleg in Marl und Haltern am See. Zudem ist er Autor verschiedener psychologischer Fachbücher.

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