Hoher KontrastNormale SchriftgrößeGrößere SchriftSehr große Schrift
Besuchen Sie das HBBK bei Facebook

Auf dem Weg zur "Gesunden Schule“

Schornsteinfeger müssen gesund und schwindelfrei sein, sonst können sie abstürzen. Ein depressiver Pastor kann keine Frohe Botschaft verkünden. Auch Lehrende müssen sich wohlfühlen! Frustrierte oder ausgebrannte Lehrende sind die beste Anti-Reklame für ihre eigenen Bildungs- und Erziehungsziele. So wie der Chirurg ausgeschlafen arbeiten muss, sollte der Lehrer ausgeglichen an den Start gehen. Wenn wir unter Druck handeln müssen, was ja nicht selten geschieht, beeinflussen unsere Gefühle unser pädagogisches Handeln viel stärker als unser Wissen. Die Notwendigkeit einer „Gesunden Schule“ liegt auf der Hand.

Die Bedeutung dieser Feststellung wird untermauert durch die Tatsache, dass für Kinder und Jugendliche im Schulalter die Schule nach der Familie das zweitwichtigste „Setting" darstellt. Hier verbringen die jungen Menschen mindestens 15.000 Stunden ihres Lebens in einer Gemeinschaft mit Gleichaltrigen und Erwachsenen, sie sind während dieser Zeit vielfältigen positiven und negativen Einflüssen ausgesetzt und lernen - jeder auf seine Art - sich mit diesen Einflüssen auseinander zu setzen. Es liegt auf der Hand, dass die Atmosphäre, die in dieser Gemeinschaft, also an der Schule, herrscht, für die Gesundheit der Heranwachsenden von großer Bedeutung ist. Zudem ist jede einzelne Schule auch noch eingebunden in ein Beziehungsgeflecht unterschiedlicher Personen und Institutionen. Keiner der Akteure, vom Lernenden bis zur Elternpflegschaft, von der Feuerwehr bis zum Grünflächenamt, von der Schulleitung bis zur Politik wird die Gründe für die gesunde Gestaltung der Schule in Abrede stellen. Jedoch haben alle einen eigenen Blickwinkel und eine eigene Auffassung über räumliche Bedingungen, Haushaltssituation, Brandschutz, subjektives Sicherheitsempfinden, pädagogische Zielsetzungen u.ä. Wie kann eine Bildungseinrichtung wie das Hans-Böckler-Berufskolleg in diesem Spannungsfeld „gesünder“ werden?

Hierbei gibt das Landesprogramm „Gesunde Schule“ Hilfestellung. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung von Schulen bei ihrem Vorhaben, sich zu guten gesunden Bildungseinrichtungen zu entwickeln. Unter einer guten gesunden Bildungseinrichtung verstehen die Träger Schulen und Kindertageseinrichtungen, in denen die Entwicklung und Gestaltung der Einrichtung wesentlich durch Aspekte der Gesundheit, Gesundheitsförderung und gesundheitlichen Prävention bestimmt werden, und die ein hohes Gesundheitsniveau aufweisen. Gute gesunde Bildungseinrichtungen sind somit Einrichtungen, deren Kultur, Klima, Führung, Strukturen und Prozesse Bedingungen schaffen, die die Gesundheit und Sicherheit der Akteure ebenso fördern wie die Effizienz dieser Einrichtungen. Auf der Ebene der Bildungseinrichtungen werden folgende Ziele angestrebt:

  • Verbesserung der Bildungsqualität der Einrichtungen
  • Verbesserung der gesundheitlichen Situation aller Personen in den Einrichtungen
  • Förderung des Gesundheitsverhaltens und -erlebens sowie der Gesundheitseinstellungen und des Gesundheitsbewusstsein der Personen insbesondere in den gesundheitlichen Problembereichen Bewegung, psychische und soziale Gesundheit, Ernährung und Sicherheit.

Hans-Böckler-Berufskolleg als Teilnehmer an diesem Landesprogramm
In seinem Bestreben, sich immer weiter zu verbessern, nimmt das HBBK nun an diesem Landesprogramm teil. Dazu musste und muss das HBBK eine Reihe von Bedingungen erfüllen, u.a.:

  • Die Schriftliche Verpflichtung, nach dem Leitmotiv der guten gesunden Schule zu arbeiten, was auf der Schulkonferenz mit breiter Mehrheit vom Kollegium beschlossen wurde;
  • Durchführen einer Standortbestimmung und Verpflichtung zur regelmäßigen Selbstevaluation der Maßnahmen und der Prozesse am HBBK;Integration der Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention in das Schulprogramm des HBBK;
  • Kontinuierliche Mitarbeit in einem lokalen Netzwerk mit anderen Schulen (Berufskollegs, aber auch anderen Formen) aus der Region;
  • Namentliche Benennung einer Schulkoordinatorin oder eines Schulkoordinators für Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention;
  • Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft „Gesunde Schule“. Diese ist am HBBK paritätisch besetzt mit drei Mitgliedern des Lehrerrates und drei Mitgliedern der erweiterten Schulleitung. Vorsitz führt eine neutrale Koordinatorin. Damit spiegelt die Arbeitsgemeinschaft den demokratischen Gedanken der „Gesunden Schule“ wider;
  • Erstellen eines jährlichen Berichts.

Wie ist der Stand der Dinge am HBBK?
Im Frühjahr dieses Jahres wurde mit beeindruckender Beteiligung ein schulweites Screening zum Thema „Gesunde Schule“ durchgeführt. Dabei wurden vom Kollegium insbesondere die Bereiche

  • Schule als Lebens- und Erfahrungsraum
  • Unterricht
  • Bildungs- und Lernprozesse
  • Schulkultur und Schulklima
  • Schulleitung
  • Professionalität und Personalentwicklung
  • Qualitätsmanagement
  • Wirkungen und Ergebnisse der Schule

beurteilt und so individuelle Stärken und Entwicklungspotentiale des HBBK gesamt, aber auch bereichsspezifisch identifiziert.
Im nächsten Schritt erarbeiteten und erarbeiten die Lehrerräte der einzelnen Bereiche in einem gemeinsamen und von der Mehrheit getragenen Prozess zusammen mit dem Kollegium und den jeweiligen Bereichsleitungen konkrete Maßnahmen, die zur Verbesserung der Lehrergesundheit am HBBK beitragen werden. Diese Maßnahmen wurden und werden der Arbeitsgruppe der Gesunden Schule vorgelegt und durch die Schulkoordinatorin als Antrag an das Landesprogramm eingereicht. Dieser Prozess wird nun sukzessive fortgeführt, damit sich das HBBK weiterbewegt - auf dem Weg zur „Gesunden Schule“. Wir haben uns aufgemacht! Weitere Informationen: www.bug-nrw.de

Gemüse und Obst aus dem eigenen Schulgarten und alles frisch zubereitet

Autorin:
Kerstin Hengstermann, LiA

unterrichtet die Fächer BWR, VWL, Englisch und Business Administration am Hans-Böckler-Berufskolleg in Marl. Zudem ist sie als ausgebildete Gesundheitsberaterin die schulweite Koordinatorin für die „Gesunde Schule“ am HBBK.

Artikel als PDF