Schüler des HBBK
Unter "Schüler des HBBK" berichten wir in regelmäßigem Wechsel über interessante Schüler des HBBK.
Wieso, weshalb warum?
Schülerin lernt als Kind japanisch – nur so zum Spaß
Schon als Kind fiel ihre Neugierde und ihr Tatendrang auf: Wie sieht es im Inneren von Eiern aus? Warum fällt alles nach unten? Wieso können Steine nicht schwimmen? Fragen über Fragen und Kim Krüsemann wollte auf alles eine Antwort. Das war nicht immer leicht für Kims Eltern, denn fiel die Antwort nicht befriedigend für Kim aus, begab sie sich selbst auf Forschungsreise – und wo und wie das bei der Untersuchung des Inneren eines Eis endete, kann sich jeder denken.
Diese Neugierde und diesen Tatendrang hat Kim sich erhalten. Alles Neue und ihr Fremde war spannend und schon früh kam sie mit anderen Kulturen in Berührung. Eine Tante in Südafrika, Freunde der Eltern in den USA und dann diese vielen japanischen Kinder in ihrem Umfeld. Mit einigen freundete sie sich an, verbrachte viel Zeit mit ihnen und deren Eltern. Und so hat es denn nicht wirklich jemanden überrascht, dass Kim mit 12 Jahren beschloss, japanisch zu lernen. Mit einem Sprachkurs auf CD und einem dicken Wörterbuch bildete sie sich 2 Jahre autodidaktisch weiter, bis sie merkte, dass sie nun Hilfe brauchte. Sie drängelte so lange, bis sie schließlich als jüngste Teilnehmerin mit 14 Jahren an einem Volkshochschulkurs teilnehmen durfte. Zweieinhalb Jahre schuftete sie hier und lies keinen Unterricht aus.
Und dann kam die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland und mit diesem Ereignis die Presse aus aller Welt. So auch ein japanisches Fernsehteam. Und da den Tüchtigen das Glück gebührt, lernte sie über eine Freundin die japanischen Fernsehleute kennen. „Ich zog dann mit denen einige Wochen durch Deutschland und konnte dabei natürlich meine Sprachkenntnisse anwenden“, erklärt Kim stolz, „und das fanden die natürlich gut.“ Und zwar so gut, dass sie sie nach Tokyo einluden. Im Sommer 2007 konnte Kim ihren Traum verwirklichen und verbrachte eineinhalb Monate in Japan, vorwiegend in Tokyo. Und wieder begleitete sie das Fernsehteam, diesmal als Expertin für deutsche Themen. Viel gelernt hat sie in dieser Zeit und zwar nicht nur weitere Feinheiten der Sprache, sondern vor allem über die japanische Kultur. „Der Umgang mit einander ist ganz anders, als in Deutschland“, erklärt Kim. „Die Leute sind sehr viel höflicher und respektvoller untereinander. Das ist schon beeindruckend.“
Jetzt verbringt Kim Krusemann ihre Zeit verwiegend am Hans-Böckler-Berufskolleg und zwar in der 11ten Klasse des beruflichen Gymnasiums Kunst/ Englisch. Da ist zwar Japanisch kein Unterrichtsfach, dafür kann sie aber ihre Englischkenntnisse und Medienerfahrung sehr gut in den Unterricht einbringen. Aber natürlich ist der nächste Japanbesuch schon in Planung – spätestens nach dem Abitur. Wir wünschen schon mal gute Reise oder wie der Japaner sagt: Oki o tsukete irasshite kudasai!