Der Namensgeber unserer Schule
Hans Böckler (1875 - 1951), Deutscher Gewerkschaftsführer, 1949 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds und Vizepräsident des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften.
Wenn man seinen Namen in Google eingibt, erhält man ein paar tausend Treffer. Dabei wissen immer weniger Menschen, wer Hans Böckler war. Das liegt zum Teil daran, dass die Dinge, für die er gekämpft und die er erkämpft hat, für uns heutzutage vollkommen selbstverständlich sind.
Gewerkschaften zum Beispiel. Und Mitbestimmung. Eben eine faire Arbeitswelt, in der nicht das Gesetz des Stärkeren regiert - sondern Gesetze. Als Böckler geboren wurde, gab es zwar schon eine aufstrebende Arbeiterbewegung, aber in der Arbeitswelt bestimmten die Unternehmer fast alles. Sie fühlten sich als die ,Herren im Haus’ und handelten auch so.
Hans Böckler wurde am 26. Februar 1875 in Trautskirchen (Bayern) geboren. 1894 trat er mit 19 Jahren dem Deutschen Metallarbeiterverband bei. Zu dieser Zeit waren in Deutschland nicht einmal 300.000 Mitglieder in Verbänden organisiert. Es gab keine Lohntarife, keinen Achtstundentag, keine Betriebsräte und keinen gesetzlichen Arbeitsschutz. Die Gewerkschaften und ihre Funktionäre wurden durch die Polizei im kaiserlichen Deutschland verfolgt und schikaniert.
Hans Böckler begann seine sozialpolitische Arbeit 1903 als hauptamtlicher Sekretär des Deutschen Metallarbeiterverbandes, wo er fünf Jahre später in die Leitung des 8. Bezirks aufstieg. Als er 1928 in die Gewerkschaft eintrat, wurde er auch gleichzeitig Mitglied der SPD und in den Deutschen Reichstag gewählt.
Nach dem ersten Weltkrieg hatten die Gewerkschaften, nach jahrzehnte langen Kämpfen, das Koalitionsrecht und den Achtstundentag durchgesetzt. Zu dieser Zeit hatte die Gewerkschaftsbewegung einen maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des gesamten wirtschaftlichen Geschehens in der Weimarer Republik.
Im Nationalsozialismus war Hans Böckler Verfolgung, Verurteilung und Haftstrafen ausgesetzt. Dort konnte er seine Bemühungen nicht mehr verwirklichen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg strebte Hans Böckler statt vieler Richtungsgewerkschaften eine Einheitsgewerkschaft an. Diese wurde aber von den Siegermächten als zu zentralistische Organisation abgelehnt und nicht akzeptiert.
Nicht zu vergessen ist der Einsatz Hans Böcklers für den Wiederaufbau Deutschlands. So nahm er nach dem Zweiten Weltkrieg Kontakt zu den Besatzungsmächten auf, um eine Demontage der Industrieanlagen und eine Ausweitung der Produktionsbeschränkungen zu verhindern. Untrennbar mit der Persönlichkeit Hans Böcklers verbunden ist auch sein Einsatz für die Mitbestimmung. Im Januar 1951 bereits wurde die Montanmitbestimmung (für die Eisen- und Stahlindustrie und den Bergbau) im Bundestag angenommen. Kurze Zeit nachdem die Grundsätze der Mitbestimmung verwirklicht wurden, starb Hans Böckler am 16. Februar 1951 in Köln.
Das Foto sowie einige Inhalte sind mit freundlicher Genehmigung der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung entnommen.